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3500: Nach heutigen Schätzungen entstand die Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren. Die ersten Einzeller sollen bereits vor ca. 3,5 Milliarden Jahren auf Erden existiert haben. Die vielen Evolutionsschritte vom ersten Einzeller bis zu den ersten Tieren dauerten bis vor ca. 1,5 Milliarden Jahren. Alle Datierungen dienen lediglich als grobe Anhaltspunkte. Ihre Richtigkeit spielt für die folgenden Ausführungen über die Entwicklungsschritte des Farbempfindens keine Rolle.
1500: Die Sinnesphysiologen nehmen an, dass bereits die ersten Tiere lichtempfindliche Sinneszellen besassen, die es ihnen ermöglichten, den Wechsel von Tag und Nacht zu registrieren (1500 Mio v.u.Z.). Aus diesem urtümlichen Lichtsinn entwickelten sich allmählich Augen, die ein Hell-Dunkel-Empfinden gestatteten. So trug die "äussere" Polarität von Licht und Finsternis zur Entwicklung eines polaren Sinnes für Hell und Dunkel bei. Unsere menschlichen Empfindungen Weiss und Schwarz stellen eine Weiterentwicklung dieser Urempfindungen dar.
800: Vor ca. 800 Millionen Jahren entwickelten sich Augen, in denen es unterschiedliche Rezeptoren für das Tages- und das Nachtsehen gab - ähnlich wie wir heute Zapfen für das Tages- und Stäbchen für das Dämmerungssehen besitzen. Farbwahrnehmungen waren jedoch noch nicht möglich.
500: Damit Menschen oder Tiere bei Tage Farben empfinden können, benötigen sie mindestens zwei verschiedene Tageslicht-Rezeptoren, einen für kurzwelliges und einen für langwelliges Licht. Diese Aufspaltung des Tageslicht-Rezeptors in zwei unterschiedlich empfindsame Rezeptoren erfolgte vor ca. 500 Millionen Jahren. -> Damit war die Voraussetzung für das Empfinden eines ersten Farbenpaares geschaffen! Es wird nie möglich werden, herauszufinden, welche beiden Farbempfindungen auf die Aussenwelt projiziert wurden. Vermutlich handelte es sich sogar um Empfindungen, die uns Menschen heute gar nicht möglich sind; nennen wir diese beiden Empfindungen "Engels-Purpur" und
"Feen-Schimmer".
Zwei normal farbentüchtige Menschen können nicht wissen, wie sehr sich ihre Gelbempfindung, Blauempfindung usw. voneinander unterscheiden. Hierüber ist bereits viel spekuliert worden. Bei unterschiedlichen Tierarten dürften sich deren Farbempfindungen sicherlich deutlich voneinander unterscheiden. In der "Evolutionsschnur", die zum Menschen führt, dauerte es bis vor ca. 35 Mio. Jahren, bis mehr als zwei Farben empfunden werden konnten. Bis zu diesem Zeitraum haben sich die beiden Ur-Farbempfindungen vermutlich viele male verändert.
35: Vor ca. 35 Millionen Jahren hat sich vermutlich folgender Vorgang abgespielt: Früchtefressende Primaten besitzen ein Zweifarbensehen basierend auf zwei Farbrezeptoren (K und L); der im langwelligen Bereich empfindsamere Farbrezeptor (L) spaltet sich in zwei verschiedene auf (M und L), wobei sie zunächst noch dieselben Funktionen erfüllen wie ihr gemeinsamer Vorgänger (bzgl. weiss/schwarz und "urgelb"/"urblau"). Erst im Laufe weiterer Jahre oder Jahrtausende erhalten sie eine zusätzliche Funktion, die Bildung des Urrot-Urgrün-Empfindungspaares, auf das sie entgegengesetzt wirken. Von nun an projizieren die Primaten viel mehr unterschiedliche Farben auf die Aussenwelt.
Heute: Der Mensch behält den Farbenreichtum seiner früchtefressenden Primatenvorfahren, obwohl ihn sein Speiseplan längst als "Allesfresser" entlarvt. Die Entstehung und die ursprüngliche biologische Bedeutung seiner Farbenvielfalt interessiert ihn kaum. Vielen ist sogar die Polarität der Farbempfindungen noch unbekannt. Dreifarbentheorien boomen.
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