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Über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren betrieb Goethe Farbenstudien, schuf eine Farbenlehre, die er für wichtiger hielt als seine gesamten poetischen Werke und plante noch an seinem Todestag Farbversuche mit seiner Schwiegertochter Ottilie. Nachdem sein mehrbändiges Werk "Zur Farbenlehre" von den Wissenschaftlern abgelehnt wurde, betrachtete er seine weiteren Studien als ein Erbe für künftige Generationen. Von diesen erwartete er ein grundlegendes Erforschen des Farbensinnes und wünschte sich, sie würden sich dabei intensiv mit seiner Farbenlehre auseinandersetzen. Als 80-Jähriger drängte er: "Ich habe mich 40 Jahre lang mit dieser Angelegenheit beschäftigt und zwei Oktavbände mit größter Sorgfalt geschrieben; da ist es dann auch wohl billig, dass man diesen einige Zeit und Aufmerksamkeit schenke." Ein Wunsch, den wir ihm zur Feier seines 250. Geburtsjahres kaum ausschlagen dürfen. Noch bevor Goethe das erste Mal ein Prisma zur Hand nahm, um Farben zu studieren, hatte er eingesehen, "dass man den Farben, als physischen Erscheinungen, erst von der Seite der Natur beikommen müsse". In diesem Sinne werden zunächst neuere Erkenntnisse der Farbenforschung vorgestellt, die ein biologisches Verständnis der Farben ermöglichen. Anschließend werden die Anfänge und Motive von Goethes Farbenstudien vorgestellt und zuletzt drei neue Erkenntnisse aufgezeigt, die seinen Enthusiasmus für Farben rechtfertigen, seinen Kritikern aber bis heute entgangen sind. |
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Bereits vor mehr als 200 Jahren stellte sich Goethe die Fragen, nach welchen Gesetzen die Natur alle die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten hervorgebracht hat und ob die Vielfalt der Farben gemäß ähnlichen Gesetzen gebildet wird. Wie seine Zeitgenossen glaubte auch Goethe, die Erde sei erst vor relativ wenigen Jahrtausenden entstanden. Wenn er davon sprach, dass es eine Urpflanze oder ein Urtier geben könne, so dachte er dabei nicht etwa an urtümliche Lebewesen aus denen im Laufe der Zeit alle übrigen Tiere entstanden sind. Vielmehr hielt er die Urpflanze und das Urtier für Muster, die die Natur verwende, um von ihnen alle übrigen Pflanzen und Tiere abzuleiten. In diesem Sinne gilt Goethe als einer der Wegbereiter der von Charles Darwin begründeten Evolutionslehre. Ähnlich wie sein Faust, der zu ergründen suchte, "was die Welt im Innersten zusammenhält", wollte auch Goethe die geheimen Bildungsgesetze der Natur erforschen. Insbesondere während der Jahre seiner beiden Italienreisen fühlte er sich diesem Geheimnis sehr nahe. Friedrich Schiller beschrieb Goethe als einen Naturforscher, der die verborgene Technik der Natur suche, mit der sie alle Organismen einschließlich des Menschen zu erschaffen weiß. Aus der Zeit seiner zweiten italienischen Reise und den Monaten danach sind uns Aussagen Goethes erhalten, die seine damaligen wissenschaftlichen Interessen offenbaren. Er habe versucht, "die mannigfaltigen besonderen Erscheinungen des herrlichen Weltgartens auf ein allgemeines einfaches Prinzip zurückzuführen". Goethe hielt es für notwendig, "einen Typus aufzustellen, an welchem alle Säugetiere nach Übereinstimmung und Verschiedenheit zu prüfen wären" und meinte: "wie ich früher die Urpflanze aufgesucht, so trachtete ich nunmehr das Urtier zu finden, das heißt denn doch zuletzt; den Begriff, die Idee des Tiers." (April 1790) "In allem dem Gewühle hab' ich angefangen, meine ABHANDLUNG ÜBER DIE BILDUNG DER TIERE zu schreiben." (August 1790) In Venedig studierte er auch Amphibien und Fische und gelangte zu seiner Hypothese, dass der Schädelknochen aus umgebildeten Wirbelknochen bestehe. Dadurch sei er "in der Erklärung der Tierbildung einen großen Schritt vorwärts gekommen." In diesen Monaten, in denen sein Denken zutiefst von der Suche nach den Geheimnissen der Naturbildung durchdrungen war, machte er sich erste Notizen zu einem Artikel über die Entstehung der blauen Farbe, den er im darauf folgenden Frühling schrieb. Mit diesem Artikel wandte er sich erstmals gegen die Farbentheorien Isaac Newtons (1643-1727) und versuchte zu belegen, dass das Blau aus dem Schwarz entstehe. Dabei knüpfte er an die gleichlautende Hypothese Leonardo da Vincis (1452-1519) an, die er bei seiner ersten Italienreise in Rom studiert hatte. In einem Brief aus Rom hatte er geschrieben: "Ich habe diese Tage das Buch Leonardo da Vincis über die Malerei gelesen und begreife erst jetzt, warum ich nie etwas darin habe begreifen können." 40 Jahre später erklärte er Eckermann: "Meine Farbenlehre ist auch nicht durchaus neu. Plato, Leonardo da Vinci und viele andere Treffliche haben im einzelnen vor mir dasselbige gefunden und gesagt; aber dass ich es auch fand, dass ich es wieder sagte und dass ich dafür strebe, in einer konfusen Welt dem Wahren wieder Eingang zu verschaffen, das ist mein Verdienst." Die Farbentheorien Leonardo da Vincis galten seit der optischen Farbenlehre Newtons als widerlegt. Doch mit dieser konnte sich Goethe nicht anfreunden. Gemäß Newton sei die Brechbarkeit (Wellenlänge) des sichtbaren Lichts allein entscheidend für das Farbempfinden. Jeder Brechbarkeit entspreche eine ganz bestimmte Farbe und jeder Farbe könnten entweder ein Licht oder eine Kombination mehrerer Lichter einer bestimmten Brechbarkeit zugeordnet werden. Alle Farbempfindungen, die sich nicht mit dieser Hypothese in Einklang bringen ließen - farbige Nachbilder, Kontrastfarben oder die Farben blendend heller Lichter - galten den Anhängern Newtons als Augentäuschungen. Solche, von Physikern als Täuschung bezeichneten Phänomene waren von Leonardo da Vinci noch höchst respektvoll beschrieben worden. Darüber hinaus hatte er in der Tradition antiker Farbentheorien versucht, die Vielfalt der Farben von einigen wenigen Urfarben abzuleiten. Dies entsprach dem Naturforscher Goethe, dem Kontrastfarben besonders häufig erschienen und der bemüht war, die Vielfalt der Pflanzen- und Tierformen auf einfachere Urformen zurückzuführen. Für Goethe verkörperte Newton den Hauptschuldigen, der die Frage der Entwicklung aus den Farbenlehren verbannt hatte. Newtons Lehre gehe fälschlicherweise von unendlich vielen uranfänglichen Farben aus, die "für alle Ewigkeit fertig und unveränderlich" seien, schrieb Goethe in späteren Jahren, und nannte dies den entscheidenden Irrtum Newtons, den er all die Jahre angefochten habe. "Man freute sich die Urfarben aus dem Licht hervorgelockt zu haben; es sollten ihrer unzählige sein", klagte er und versuchte, die Entwicklungsgesetze der Pflanzen- und Tierwelt auf die Farben zu übertragen: "Sie (die Farbenlehre) soll, da sie bisher in dem weiten Umfange der Naturlehre isoliert und in sich selbst verschlossen gestanden als Glied der großen Kette von Wirkungen aufgenommen werden." Am 17. Mai 1791 war sein Artikel über das Blau druckreif und so schrieb er in einem Brief an Karl August: "Die Theorie der blauen Farbe habe ich auch in diesen Tagen geschrieben und werde sie in irgendein Journal drucken lassen." Noch am selben Tag besorgte er sich erneut Leonardo da Vincis Traktat von der Malerei und beschloss, seine Theorie grundlegend zu überarbeiten. Wie das Blau aus dem Schwarz entstehe, solle auch das Gelb aus dem Weiß entstehen. Gelb und Blau bilden die Urpolarität der Farben aus denen alle übrigen Farben entstünden. So erhielt Karl August nur einen Tag später einen weiteren Brief Goethes mit den Worten: "Noch kann ich mit lebhafter Freude melden, dass ich seit gestern die Phänomene der Farben, wie sie das Prisma, der Regenbogen, die Vergrößerungsgläser usw. zeigen, auf das einfachste Prinzipium (die Polarität) reduziert habe. Vorzüglich bin ich durch einen Widerspruch Herders dazu animiert worden, der diesen Funken herausschlug." Im Gegensatz zur heutigen Erkenntnis, dass sich die Vielfalt der menschlichen Farben im Laufe vieler Jahrmillionen aus einem ursprünglichen Zweifarbensehen gebildet hat, glaubte Goethe, die Farben entstünden jederzeit und augenblicklich aus den Polaritäten Hell-Dunkel und Gelb-Blau. Auch bei seinen Studien über Pflanzen und Tiere war es Goethe nicht gelungen, langjährige Entwicklungen im Sinne der heutigen Evolutionstheorie zu erkennen. Weshalb hielt Goethe bereits 1791 Gelb und Blau für die beiden "ersten und einfachsten" Farben? Schon von Geburt an besaß Goethe eine eigentümliche visuelle Veranlagung, die ihn dazu bewog, sich als "Augenmensch" zu bezeichnen. Bilder und Szenen, die ihn besonders tief beeindruckt haben, konnten ihm Stunden, Tage oder sogar Jahre später als farbige Halluzinationen erscheinen. In diesen sog. eidetischen (von griech. eidos: Bild) Bildern erscheinen häufig die Farben Gelb und Blau stärker als Rot und Grün. Darüber hinaus war Goethe relativ blendungsempfindlich und besonders empfänglich für Kontrastfarben (z. B. für Nachbilder oder farbige Schatten). Zu seiner Hypothese, Gelb und Blau bilden die "ersten und einfachsten" Farben, gelangte Goethe aufgrund verschiedener Beobachtungen. Als er bei Tageslicht das Prisma vor die Augen hielt und damit seine Umgebung beobachtete, bemerkte er, dass an der Grenze von weißen und schwarzen Flächen Gelb und Blau erschienen, die ohne Prisma nicht erkennbar waren. Dies deutete Goethe als den wichtigsten Beweis für die Hypothese, dass Farben polare Phänomene darstellen. Zudem glaubte er, die Polarität der Farben anhand farbiger Nachbilder, farbiger Schatten (Kontrastfarben) und chemischer Farbversuche belegen zu können. Da die Anhänger der Newtonschen Lehre Kontrastfarben und Farben blendend heller Lichter als Augentäuschungen betrachteten und viele von ihnen glaubten, Personen, die zu Halluzinationen neigten, seien geisteskrank und untauglich für die Naturforschung, verschwieg Goethe seine visuelle Veranlagung und seine Bemühungen, die Entwicklungsgesetze von Pflanzen und Tieren auch bei den Farben nachzuweisen, und suchte vorwiegend nach physikalischen Argumenten für seine Theorie der Urpolarität. Erst als 70-Jähriger begann er, Details seiner eigentümlichen visuellen Erscheinungen zu beschreiben, nachdem der Physiologe Purkinje und der Psychiater Heinroth eine solche Veranlagung als ebenso gesund bezeichnet hatten wie die dazu entgegengesetzte Neigung zum abstrakten Denken. So wurde erst spät ein wichtiges Motiv für Goethes Interesse an Farben bekannt. Vielen Freunden Goethes erschien er wie verwandelt als er nach seiner zweiten italienischen Reise mit intensiven physikalisch-optischen Farbenstudien begann und gegen die vorherrschende Farbenlehre Newtons anzukämpfen begann. Nur Schiller und wenige andere erkannten, dass Goethe dabei noch immer die Entwicklungsgesetze der Natur zu ergründen suchte. In den kommenden Jahren schrieb Goethe seine "Beiträge zur Optik", in denen er das Prisma in den Mittelpunkt rückte. Seine Theorie lautete vereinfacht ausgedrückt: Das "höchstenergische" blendende Licht der Sonne erscheine immer weiß, selbst wenn es durch farbige Gläser oder durch farbiges Pergamentpapier in hoher Intensität ans Auge dringt. Erst durch Mäßigung des Lichts könnten Farben entstehen, das Gelb aus dem Weiß, das Blau aus dem Schwarz. Durch weitere Mäßigung des Lichts entstünden das Gelbrot aus Gelb und das Blaurot aus Blau. Grün sei eine Mischfarbe bestehend aus Gelb und Blau, das reine Rot entweder eine Mischung aus Gelbrot und Blaurot oder das Ergebnis einer weiteren "Steigerung" von Gelb oder Blau ins Rote. Die beiden wichtigsten Aspekte dieser Theorie bestanden aus der Polarität der Farben und aus der Ableitung der Farbenvielfalt aus einer einfachen Urpolarität. Was Goethes Kritiker bis heute übersehen haben, ist die Tatsache, dass Farben tatsächlich ein polares Phänomen darstellen und die Vielfalt unserer Farben aus einer einfachen Urpolarität abgeleitet wird - wenn auch anders als von Goethe angenommen wurde. Goethe glaubte, die Farben entstünden jederzeit und augenblicklich aus den polaren Gegensätzen von Weiß und Schwarz, von Gelb und Blau. Doch eine ähnliche Entwicklung vollzog sich in Wirklichkeit über viele Jahrmillionen. Einen zweiten wichtigen Aspekt, den Goethes Kritiker bis heute nicht berücksichtigt haben, stellt der sog. Bezold-Brücke-Effekt dar, der im Widerspruch zu Newtons Farbenlehre steht. Er besagt, dass das Licht einer bestimmten Wellenlänge in unterschiedlichen Farben erscheint, wenn die Intensität des Lichts stark zu- oder abnimmt. Alle extrem blendenden Lichter, kurzwellige wie auch langwellige, erscheinen weiß, bei etwas geringeren Intensitäten erscheinen langwellige Lichter weiß mit Gelbstich und kurzwellige weiß mit Blaustich. Leonardo da Vinci hatte in seinem Traktat empfohlen, durch farbige Gläser zu sehen, um Farbenmischungen zu studieren. Als Goethe durch farbige Gläser und durch verschiedenfarbiges Pergamentpapier zur Sonne blickte, fiel ihm auf, dass die Sonne immer weiß erschien, trotz der farbigen Gläser, die er vor Augen hielt - er war dem Bezold-Brücke-Effekt begegnet. Daher beruht die Aussage Goethes, Farben entstünden erst durch Mäßigung des Lichts, auf einer teilweise korrekten Annahme. Bevor jedoch der Einfluss des Bezold-Brücke-Effekts auf die Farbenlehre Goethes abschließend beurteilt werden kann, sind wissenschaftliche Experimente nötig, die die Frage beantworten, ob blendungsempfindliche Eidetiker (wie Goethe) den Bezold-Brücke-Effekt stärker empfinden als abstrakt veranlagte blendungsunempfindliche Personen. Der dritte Aspekt, den Goethes Kritiker berücksichtigen sollten, betrifft dessen "Konfession des Verfassers" aus dem Jahre 1810, in der er rückblickend die Anfänge seiner Farbenlehre um 1791 schilderte. Nach dem Vorbild des Newtonschen Berichts über dessen erste Farbstudien, stellte auch Goethe physikalische Überlegungen und Prismaversuche in den Mittelpunkt seiner Schilderung. Goethe erwähnte weder seine eidetische Veranlagung noch sein Studium der Farbenlehre Leonardo da Vincis, weder seine Gespräche mit Herder noch seine Bemühungen, alle vielfältigen Naturphänomene auf einfache, wenn möglich polare Urphänomene zurückzuführen. Goethe gab sich in seiner "Konfession" als Physiker aus, um von diesen ernst genommen zu werden. Er berichtete, er habe sich Prismen von Hofrat Büttner entliehen, die dieser nach etlichen Monaten wieder zurückforderte. Angeblich stand bereits ein Bote Büttners in der Türe, um die Prismen abzuholen, als Goethe noch schnell die entliehene Kiste öffnete, um wenigstens einmal durch ein Prisma zu blicken. Dabei soll er einen physikalischen Irrtum Newtons erkannt haben und damit zum Gegner der vorherrschenden Farbenlehre geworden sein. Diese Schilderung wird bisher als völlig glaubwürdig erachtet und animierte beispielsweise den Psychoanalytiker Kurt R. Eissler zu folgenden vielbeachteten Deutungen: "In diesem Augenblick der Hast, als er das Prisma seinem Besitzer zurückgeben musste, erinnerte er sich des vagen Eindrucks aus seiner frühesten Jugend. Deshalb schaute er durch das Prisma. Die folgende Wahrnehmung bestätigte den Inhalt der Kindheitserinnerung nicht. In diesem Augenblick ergriff ihn das primäre Wahnerlebnis. ... In diesem Augenblick wurde er zu der Vorstellung gedrängt, dass eine Vaterfigur [ Newton] gänzlich unrecht habe und bösartig sei, und weiterhin kam ihm blitzartig die Grundlage einer neuen Theorie in den Sinn, die die Existenz einer ärgerlichen, von einer Vaterfigur behaupteten Erscheinung widerlegen würde. ... Von diesem Augenblick an konnten kein Argument, kein Versuch, keine Überredung und kein Einwand gegen seine Theorien Goethe von seiner Überzeugung abbringen, die mit meteorhafter Plötzlichkeit am Horizont aufgetaucht war, niemals mehr den Griff lockern, der seinen Geist umklammerte." Von einer blitzartigen Eingebung kann jedoch keine Rede sein, wenn man Goethes eidetische Veranlagung, seine Farbenstudien in Rom oder seinen ersten Artikel über das Blau berücksichtigt. Unter den vielen Publikationen zu Goethes Farbenlehre wird die Glaubwürdigkeit von Goethes "Konfession" nur höchst selten kritisch hinterfragt, so dass auch hier Nachholbedarf besteht. Im vorliegenden Artikel wurde darauf verzichtet, einige wohlbekannte Themen - beispielsweise Goethes physikalisch-optische Studien oder sein aus der Malerei stammendes Interesse an Farben - nicht behandelt. Vielmehr sollten schwerpunktmäßig neue Erkenntnisse vorgestellt werden, die begreiflich machen, weshalb Goethe gegen die damaligen Farbentheorien rebellieren musste. Während die Irrtümer Goethes bereits vollumfänglich analysiert wurden und im Bereich seiner physikalisch-optischen Studien Stoff genug für ein ganzes Buch bieten, können die Leistungen Goethes noch immer nicht abschließend behandelt werden. Fest steht jedoch, dass Goethe viel mehr wert auf eine Beachtung seiner Farbenlehre legte als auf Festreden oder Monumente zu Ehren seiner Person. Dies betonte schon Arthur Schopenhauer anlässlich der Feier von Goethes hundertstem Geburtsjahr und verwies mit Nachdruck auf dessen Farbenlehre. |